Blutegel - die kleinen Therapeuten

 

Blutegel in freier Natur ernähren sich als Parasit von dem Blut anderer Lebewesen. Sie leben in Gewässern und befallen ihre Opfer, während sie diese zur Wasseraufnahme aufsuchen. Sie gehören zu der Gattung der Ringelwürmer und sind mit den Regenwürmern verwandt. Beide Körperenden sind mit einem Saugnapf ausgestattet. Der hintere Teil dient lediglich zum Festhalten, das vordere Kopfende beinhaltet das Beißwerkzeug. Der drei-sternige Kiefer gleicht ein der Anatomie einem Mercedesstern. Jeder Strahl beinhaltet 80 Zähne. Am Kopf befinden sich zudem fünf Augenpaare, jedoch kein Gehirn. Die Sauerstoffaufnahme erfolgt über die Körperoberfläche.

 

Die Anzahl der Blutegel für eine erfolgreiche Behandlung ist vom jeweiligen Patienten abhängig. Je nach Gewicht, Alter, Gesundheitszustand und selbstverständlich der eigentlichen Erkrankung, für die die Egel eingesetzt werden.

 

Der Egel sondert während des Saugvorganges einen natürlichen Blutgerinnungshemmer ab, damit er über einen Zeitraum von 20 Minuten bis zu 2 Stunden genügend Blut aufnehmen kann und es nicht vorzeitig gerinnt. Hierdurch kommt es zum anschließenden Nachbluten, das 12 - 24 Stunden andauern kann. Dies erhöht die Wirkung der Blutegel, hat einen entstauenden Effekt und spült eingetretene Keime wieder aus der Wunde heraus.

 

Der Speichel der Blutegel enthält viele verschiedene Substanzen. Neben der Blutverdünnung wirkt dieser auch gefäßerweiternd, entzündungshemmend, schmerzstillend, entschlackend, antibakteriell sowie enzymhemmend. Der behandelte Bereich “arbeitet” teilweise noch vier bis sechs Wochen nach der Blutegeltherapie und kann sich währenddessen mehrmals auffallend verändern. Aufgrund dieser ausgedehnten, natürlichen und besonders schonenden Wirkungsweise für den Patienten können Egel bei vielfältigen akuten und chronischen Leiden eingesetzt werden.

 

Auf unerwünschte Nebenwirkungen sollte geachtet werden. Hierzu zählen Juckreiz und lokale Reaktionen, evt. Narbenbildung, Hämatome, Kreislaufschwäche, Wundinfektion, langanhaltendes Nachbluten sowie Allergien.

 

 

Wobei können Blutegel helfen? 

 

  • Arthrosen
  • verschiedene Schmerzsyndrome
  • Erkrankungen der Wirbelsäule, Bandscheibenvorfälle
  • Anregung der Heilung bei Frakturen
  • verschiedene Formen von Sehnen- und Muskelerkrankungen
  • Nervenentzündungen
  • Verletzungen/Wunden, schlechte Wundheilung,
  • Zustand nach Operationen
  • Geschwüre, Abszesse, 
  • Hämatome, Blutohr
  • Narbenbildung

 

 

Wann sollte eine Blutegeltherapie nicht durchgeführt werden:

 

  • bei bereits bestehender Blutarmut
  • bekannte Blutgerinnungsstörung oder bei der Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten
  • Diabetes mellitus
  • schlechtem Allgemeinzustand
  • fieberhafte Infekte
  • Tumore
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Einverständniserklärung und Aufklärungsbogen Blutegelbehandlung
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